Chaotische Zustände


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Von Elterntaxis, Ignoranten und einem kleinen Gedankenexperiment

Beitrag von: Andreas Jungmann

Wer ein Faible für chaotische Zustände hat, der stelle sich kurz vor Schulbeginn an die Schillerschule und staune. Die Schillerstraße ist der wichtigste Schulweg zur angrenzenden Grundschule und ein wichtiger Weg zu den weiterführenden Schulen.

Das Verhalten jener Eltern und Großeltern, die ihre Sprösslinge mit den Vehikeln zur Schule fahren vor denen sie sie auf ihrem Schulweg schützen wollen, ist mit erstaunlich sehr wohlwollend umschrieben. Damit die eigenen überbehüteten, oft pummeligen (Enkel-)Kinder vermeintlich sicher zur Schule gelangen, wird dort täglich ein gefährliches Chaos angerichtet. Parkverbote und Sperrflächen vor der Schule werden missachtet, Gehwege zugeparkt, hektisch rangiert, die Luft mit Abgasen geschwängert und unnötiger Verkehr generiert. Die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger und fahrradfahrende Schüler, wird billigend in Kauf genommen. Da die letzten 20 Meter vom Auto bis in die Schule bekanntlich die gefährlichsten sind, wird den lieben Kleinen, selbstverständlich bei laufendem Motor, der Schulranzen bis in die Schule getragen. Inklusive einer mehrminütigen Abschiedszeremonie. Die Zustände vor der Schillerschule (und nicht nur vor dieser Schule), kurz vor Schulbeginn, sind ein Lehrstück in Sachen Egoismus, Gedanken- und Rücksichtslosigkeit. Wann und wie diese Autokinder jemals eigenständig Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln dürfen bleibt das ungelöste Rätsel ihrer Drive In verwöhnten Chauffeure. Hinzu kommt, daß mit Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in der Baiertaler und Heidelberger Straße viele AutofahrerInnen die Schillerstraße als vermeintlich schnellste Verbindung zwischen beiden Straßen nutzen. Zu welcher ignoranten Fahrweise diese bereit sind, um, unter Mißachtung von Verkehrs- und Benimmregeln, 10 Sekunden Fahrzeit einzusparen, ist beachtlich.

SchülerInnen jeden Alters brauchen sichere Schulwege.

Auf diesen ist weder für Raser noch Elterntaxis Platz.

Lassen wir uns daher auf ein kleines Gedankenexperiment ein:
Stadtverwaltung und Stadtrat kommen überein, daß ein sicherer Schulweg und ein ruhiges Umfeld an der Schillerschule ein höherwertigeres Gut als die Aufrechterhaltung einer möglichst kurzen Verbindung zwischen zwei Hauptverkehrsstraßen darstellt. Ebenso, daß oben beschriebene Gefährdungen durch Elterntaxis vor der Schule nicht länger geduldet werden, da auch den verwöhntesten, gesunden Kindern ein "Schulweg" von 300 – 400 Metern zuzumuten ist. Sie beschließen liebgewonnene aber ungerechtfertigte Privilegien für AutofahrerInnen zu beschneiden und sperren die Schillerstraße auf Höhe von Beethoven- und Ebertstraße für den Durchgangsverkehr. Sie stellen fest, daß trotz der Sperrung die Anbindung aller Wohngebiete an die Hauptverkehrsstraßen Baiertaler- und Heidelberger Straße bestehen bleiben. Die Linienbusse bekommen ihre Haltestellen an der mehr als ausreichend dimensionierten Baiertaler Straße. Dort werden auch Kurzzeithalteplätze für Elterntaxis eingerichtet. Sie stellen weiter fest, daß durch diese Maßnahmen keine unzumutbaren Einschränkungen entstehen, dafür aber vor der Schule ein Mehr an Sicherheit, eine bessere Luftqualität und Ruhe. Soweit dieses kleine, "utopische" Gedankenexperiment. Vermutlich werden Wieslochs Stadtverwaltung und Stadtrat genügend Gründe einfallen, warum die "Freie Fahrt für freie Bürger" weiterhin das höherwertigere Gut darstellen muß.

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| Beitrag von: Andreas Jungmann | Symbolbild Wiesloch Blog | Fotos: A. Jungmann

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9 Antworten to “Chaotische Zustände”

  1. Klaus Rothenhöfer Says:

    Hallo Herr Jungmann,
    ich bin mit Ihnen einig, dass die Zustände zu Schulberginn rund um die Schillerschule chaotisch sind – und nicht nur um diese Schule. Wie Ihre Bilder zeigen, handelt es sich um klare Verkehrsverstöße der „anliefernden“ Eltern, Halten im absoluten Halteverbot, halten auf Sperrflächen …
    Dem kann durch Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes während der Spitzenzeiten wirksam begegnet werden. Das wurde in den ersten Schultagen auch so gehandhabt, leider war es nicht nachhaltig. Ich werde unser Ordnungsamt bitten, wieder einmal zu kontrollieren.
    Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht der Meinung, dass das unvernünftige Verhalten einiger (Groß) Eltern während eines vergleichsweise kurzen Zeitraums dazu führen muss, dass die Verkehrsführung für alle negativ verändert wird. Die von Ihnen vorgeschlagene Sperrung bringt wie alle Sperrungen von Direktverbindungen oder Einrichtung von Einbahnstraßen zusätzlichen Umwegverkehr mit allen negativen Konsequenzen. (Lärm, Abgase, …)
    Überhaupt nicht nachvollziehen kann ich Ihre Forderung nach Entfernung der Buslinien aus der Schillerstraße und damit Wegfall von vier Haltestellen in diesem Bereich uund zwei weiteren an der südlichen Zufahrt. Die Haltestellen rund um den Schillerpark sind wichtige Um- und Einsteigehaltestellen in unserem Netz. Nicht zuletzt steigen zahlreiche Schüler, die Heidelberger Schulen besuchen, dort in die Linie 723 ein oder aus den Stadtteilen kommend um.
    Die Nähe von Haltestellen ist ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für oder gegen den ÖPNV. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass durch die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahme „unzumutbaren Einschränkungen entstehen“.
    Man soll gezielt gegen die vorgehen, die durch ihr egoistisches Verhalten sich und andere gefähren. Für die anderen gibt es gute Gründe, die Verkehrsführung in diesem Bereich so zu lassen, wie sie ist.
    Sie schreiben: Vermutlich werden Wieslochs Stadtverwaltung und Stadtrat genügend Gründe einfallen, warum die „Freie Fahrt für freie Bürger“ weiterhin das höherwertigere Gut darstellen muß.
    Meine Position hat nichts mit „Freie Fahrt für freie Bürger“ zu tun, wie Sie meinen unterstellen zu müssen, sondern mit einer sorgfältigen, immer wieder hinterfragenden Abwägung der Interessen aller Beteiligten.
    Wie kommn Sie eigentlich angesichts der Tatsache, dass in Wiesloch praktisch flächendeckend Tempo 30 vorgeschrieben ist, teilweise Tempo 20 oder gar „verkehrsberuhigter Bereich“ zu Ihrer Einschätzung des Denkens von Stadtverwaltung und Stadtrat.
    Ich entspreche mit diesem Beitrag auch Ihrer Bitte an den Gemeinderat vom 15.3.2017 um eine Stellungnahme zu der Situation zu Schulbeginn rund um die Schillerschule.

    • Andreas Jungmann Says:

      Hallo Herr Rothenhöfer,
      vielen Dank für ihre Stellungnahme.

      Sie Schreiben: „Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht der Meinung, dass das unvernünftige Verhalten einiger (Groß) Eltern während eines vergleichsweise kurzen Zeitraums dazu führen muss, dass die Verkehrsführung für alle negativ verändert wird.“ Für die Hauptpersonen (die Schüler) in diesem Bereich würde die Verkehrsführung sehr positiv verändert. Dieser Verkehr findet dort auch ganztägig statt, wenn man z. B. den Fuß- und Radverkehr von und zu den weiterführenden Schulen auch als Verkehr gelten läßt.
      Und weiter schreiben sie: „Die von Ihnen vorgeschlagene Sperrung bringt wie alle Sperrungen von Direktverbindungen oder Einrichtung von Einbahnstraßen zusätzlichen Umwegverkehr mit allen negativen Konsequenzen. (Lärm, Abgase, …)“. Herr Rothenhöfer, Hauptverkehrsstraßen werden so genannt, weil sie den Hauptverkehr aufnehmen sollen. Die Schillerstraße mit der angrenzenden Grundschule sollte aus besagten Gründen gerade nicht als Direktverbindung zwischen Heidelberger- und Baiertaler Straße mißbraucht werden.

      Sie schreiben weiter: „Überhaupt nicht nachvollziehen kann ich Ihre Forderung nach Entfernung der Buslinien aus der Schillerstraße………“. Selbstverständlich darf (muß) man über die Verlegung von Haltestellen des ÖPNV nachdenken wenn diese, wie in diesem Bereich, ein Teil des Problems (siehe Bild) darstellen. Ich befürworte ausdrücklich den ÖPNV, allerdings mit einer vernünftigen Verkehrsführung, die so in der Schillerstraße nicht gegeben ist.

      „Man soll gezielt gegen die vorgehen, die durch ihr egoistisches Verhalten sich und andere gefährden. Für die anderen gibt es gute Gründe, die Verkehrsführung in diesem Bereich so zu lassen, wie sie ist.“ Sollte etwa die bestehende Verkehrsführung „alternativlos“ sein? Das ist sie sicher nicht. Wie lauten die guten Gründe?

      „Meine Position hat nichts mit „Freie Fahrt für freie Bürger“ zu tun, wie Sie meinen unterstellen zu müssen, sondern mit einer sorgfältigen, immer wieder hinterfragenden Abwägung der Interessen aller Beteiligten.“ Wir sprechen hier über die Sperrung eines ca. 150 Meter langen Abschnitts vor einer Grundschule für den Durchgangsverkehr. Mit den 99,99% weiterhin frei befahrbaren Straßen im Stadtgebiet sollten doch wohl die Interessen (fast) aller Beteiligten berücksichtigt sein.

      „Wie kommn Sie eigentlich angesichts der Tatsache, dass in Wiesloch praktisch flächendeckend Tempo 30 vorgeschrieben ist, teilweise Tempo 20 oder gar „verkehrsberuhigter Bereich“ zu Ihrer Einschätzung des Denkens von Stadtverwaltung und Stadtrat.“ Herr Rothenhöfer, es dürfte ihnen nicht entgangen sein, daß, aller der von ihnen angeführten Maßnahmen zum Trotz, viele Straßen in Wiesloch für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen unattraktiv sind. Sei es durch Lärm, Abgase oder falsch parkende Autos. Könnte es sein, daß gerade wegen dieser Widrigkeiten das Auto als Verkehrsmittel Nr. 1 in Wiesloch für viele so attraktiv ist?

      „Ich entspreche mit diesem Beitrag auch Ihrer Bitte an den Gemeinderat vom 15.3.2017 um eine Stellungnahme zu der Situation zu Schulbeginn rund um die Schillerschule.“ Verstehe ich sie richtig, ihr Schreiben spiegelt die Meinung des gesamten Gemeinderates zu diesem Thema wider? Wenn ja, fände ich das erschreckend und bezeichnend zugleich. Denn meine Aussage „Vermutlich werden Wieslochs Stadtverwaltung und Stadtrat genügend Gründe einfallen, warum die „Freie Fahrt für freie Bürger“ weiterhin das höherwertigere Gut darstellen muß.“ wird damit zumindest für den Gemeinderat bestätigt.

    • Jens Says:

      „Dem kann durch Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes während der Spitzenzeiten wirksam begegnet werden. Das wurde in den ersten Schultagen auch so gehandhabt, leider war es nicht nachhaltig. Ich werde unser Ordnungsamt bitten, wieder einmal zu kontrollieren.“ (Klaus Rothenhöfer 2017-03-11)

      Nachhaltige Wirkung gibt es nur wenn der Ordnungsdienst auch tätig wird auch bei allen Gefährdungen und Behinderungen. Das zeigen die Erfahrungen aus anderen Gemeinden und Städten wo der Ordnungsdienst durch Ordnungswidrigkeitsanzeigen tätig wird. Übrigens gilt dies auch für viele andere Stellen in Wiesloch, wie das Parken auf dem Gehweg, das Fahren in der Fußgängerzone usw.

  2. Klaus Rothenhöfer Says:

    So kann man sich täuschen
    Andreas Jungmann meinte:
    Wir sprechen hier über die Sperrung eines ca. 150 Meter langen Abschnitts vor einer Grundschule für den Durchgangsverkehr. Mit den 99,99% weiterhin frei befahrbaren Straßen im Stadtgebiet sollten doch wohl die Interessen (fast) aller Beteiligten berücksichtigt sein.

    Ich weiß nicht welche Vorstellungen Sie von der Zahl und Länge der Straßen in Wiesloch haben. Die 99,99% weiterhin frei befahrbaren Straßen im Stadtgebietwären 1500 km Straßen. Tatsächlich gbit es aber in ganz Wiesloch nicht mal 100 km Straßen. Straßenzustandsliste 2011 also weniger als 7% Ihrer Vorstellung.

    Andreas Jungmann meinte weiter:
    Verstehe ich sie richtig, ihr Schreiben spiegelt die Meinung des gesamten Gemeinderates zu diesem Thema wider?
    Muss ich das wirklich kommentieren?
    Sie hatten in Ihrer mail an den Gemeinderat gebeten, dass diese Mail an die Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet wird. Was beschwert Sie an meiner – persönlichen – Stellungnahme?

    • Andreas Jungmann Says:

      Hallo Herr Rothenhöfer,

      ok, es sind dann nur noch ca. 99,85% frei befahrbare Straßen. Geschenkt :))

      Der letzte Satz ihres Schreiben erweckt den Eindruck sie schreiben im Namen des Gemeinderates. Ich bedanke mich für ihre persönliche Stellungnahme und freue mich auf die noch ausstehenden der jeweiligen Fraktionsvorsitzenden.

  3. Klaus Deschner Says:

    Sehr geehrter Herr Jungmann,

    Ihre Fotos bestätigen einen „chaotischen Zustand“. Mit Hilfe dieser Fotos und erkennbaren Kennzeichen müsste es doch möglich sein, dass Bußgeldbescheide gegen diese Verkehrssünder ergehen; ich hoffe, dass Sie das der Ordnungsbehörde zwecks Anzeigenerstattung (mit Ort, Datum, Uhrzeit) zur Kenntnis gebracht haben.

    Dass solche „chaotischen Zustände“ auftreten, wie auf Ihren Bildern dargestellt, liegt nicht daran, dass wegen Tempo-30 auf der Heidelberger- und Baiertaler Straße die Schillerstraße als „vermeintlich schnellste Verbindung“ genommen wird. Die tatsächliche Ausgestaltung der Schillerstraße mit mehrfacher Straßenverengung und ebenfalls Geschwindigkeitsbeschränkung macht sie für den Durchgangsverkehr unattraktiv.

    Ursache der von Ihnen festgestellten „chaotischen Zustände“ sind doch die Autofahrer-Eltern, die sich gewissenlos über geltende Rechtsvorschriften (s. Verkehrzeichen) hinwegsetzen und hierdurch bewusst andere und sich gefährden. Diese Leute zu einem verantwortungsbewussten und geordnetem Verhalten im Straßenverkehr zu bewegen geht wohl nur über drastische Strafen bei Verkehrsverstößen.

    Ihr Vorschlag, die Schillerstraße zu sperren, führt nur zu einer Verlagerung der gleichen Probleme, solange nicht ein Umdenken bei den Fahrern erfolgt.

    Wir werden die Verwaltung auffordern, verstärkt Kotrollen vor Ort durchzuführen, damit ordnungswidriges Verhalten bestraft werden kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Deschner
    Fraktionsvorsitzender CDU-Fraktion

    • Jens Says:

      „Dass solche „chaotischen Zustände“ auftreten, wie auf Ihren Bildern dargestellt, liegt nicht daran, dass wegen Tempo-30 auf der Heidelberger- und Baiertaler Straße die Schillerstraße als „vermeintlich schnellste Verbindung“ genommen wird. Die tatsächliche Ausgestaltung der Schillerstraße mit mehrfacher Straßenverengung und ebenfalls Geschwindigkeitsbeschränkung macht sie für den Durchgangsverkehr unattraktiv.“ (Klaus Deschner 2017-03-22)

      Als Anlieger einer Seitenstraße zur Schillerstraße verfüge ich über ganz andere Fakten und Erkenntnisse. Die Schillerstraße/Südliche Zufahrt wird überwiegend vom Durchgangsverkehr aus Richtung Altwiesloch/Baiertal/Dielheim genutzt. Der Verkehr aus den angerenzenden Straße wie aus dem Köpfle ist dort in der Minderzahl!

    • Andreas Jungmann Says:

      Hallo Herr Deschner,

      sie schreiben: „…….ich hoffe, dass Sie das der Ordnungsbehörde zwecks Anzeigenerstattung (mit Ort, Datum, Uhrzeit) zur Kenntnis gebracht haben.“ Wie ihr Kollege Rothenhöfer bereits erwähnte war der kommunale Ordnungsdienst zu Schuljahresbeginn mehrfach zur Stelle, die Zustände sind also bekannt. Seither wird die Notwendigkeit des Handeln von Seiten des Ordnungsdienstes (sprich der Stadtverwaltung) offensichtlich nicht mehr gesehen.

      Weiter schreiben sie: “ Die tatsächliche Ausgestaltung der Schillerstraße mit mehrfacher Straßenverengung und ebenfalls Geschwindigkeitsbeschränkung macht sie für den Durchgangsverkehr unattraktiv.“ Warum findet der dann dennoch in so hohem Maße statt? Offensichtlich stellt die heutige Ausgestaltung der Schillerstraße für den Durchgangsverkehr keinen besonderen Hinderungsgrund dar.

      “ Diese Leute zu einem verantwortungsbewussten und geordnetem Verhalten im Straßenverkehr zu bewegen geht wohl nur über drastische Strafen bei Verkehrsverstößen.“ Welche „drastischen Strafen“ der deutsche Bußgeldkatalog für Vergehen dieser Art vorsieht können sie hier https://www.bussgeldkatalog.org/halten-parken/ bewundern. Abschreckung sieht anders aus. Die laissez-faire Einstellung unseres Ordnungsdienstes trägt auch nicht gerade zur „Abschreckung“ bei.

      Im Grunde sprechen sie sich dafür aus die Situation so zu belassen wie sie ist. Ein schon jetzt unwilliger/überforderter Ordnungsdienst soll es also richten?

      Die Gestaltung von Verkehrsräumen erzeugt Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Da selbst der willigste Ordnungsdienst nicht immer vor Ort sein kann, sollten durch Umgestaltung der Schillerstraße Zustände wie oben beschrieben unterbunden / erschwert werden. Wie ich schon erwähnte, handelt es sich um die Beschneidung von liebgewonnenen aber ungerechtfertigten Privilegen von AutofahrerInnen (sei es Durchgangs- oder Elterntaxiverkehr) vor einer Schule. Der Untergang des autofahrenden Abendlandes ist nach einer Umgestaltung sicher nicht zu erwarten.

  4. Frank W. Says:

    „SchülerInnen jeden Alters brauchen sichere Schulwege.“

    Da stimme ich zu und viele andere Leser sicher auch. Aber anderen Ausführungen kann ich nicht zustimmen.
    Die rush hour mit diesen Gefährdungen ist in diesem Bereich Mo bis Fr. von ca. 7:30 bis 8:30 Uhr und ca 12:00 bis 13:00 Uhr.
    An den chaotischen Zuständen gibt es noch weitere Verursacher und Verantwortliche!
    – Fahrdienste die Kinder zur Schillerschule fahren
    – Fahrzeugführer die Verkehrswidrig um die Schillerschule herum parken, inkl einige Lehrkräfte
    – die zuständige Behörde die ihrer Aufgabenstellung nicht gerecht wird (wie auch an vielen Gefahrenstellen in Wiesloch nicht)

    Die Ursache für diese Strecke ist nicht die genannte 30 km/h Baiertaler/Heidelberg Straße. Die Strecke wird schon viele Jahre als Abkürzung benutzt. Es gab schon einige Aktionen z.b. früher von Elternvertretern der Schillerschule. Wirklich was dauerhaft geändert hat sich dort in mehreren Jahrzehnten nicht. Ich meine es ist eher schlechter geworden. Das liegt jedoch nicht an den örtlichen Gegebenheiten sondern an den Verkehrsteilnehmern und dort speziell an den Kinderfahrdiensten.
    Sperrungen jeglicher Art sind keine gute Maßnahmen. Es gibt Anlieger, die diese Straße benötigen. Auch mit Blick auf das Zeitfenster ist das kein guter Vorschlag. Es gilt die Ursachen zu beseitigen. Wenn Aktionen der Schulleitung und Elternvertreter nicht fruchten so bleibt noch der Einsatz der Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit dem Vollzug der geltenden Gesetze und Vorschriften schließlich geht es um unser aller Sicherheit. Nachhaltig gibt es nur Änderungen, wenn es den Verursachern an den Geldbeutel geht.

    Bei den früheren Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wurden wohl die Fahrzeugart Linien-Gelenkbusse nicht berücksichtig. Ein Blick auf den Streckenbereich Einmündung Beethovenstr/Haydnstr. bis Franz-Schubert-Str macht deutlich, dass es fast unmöglich ist sich mit diesen großen Fahrzeugen sich dort durchzuschlängeln. Andere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wären dort besser gewesen.


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