Radverkehr in Wiesloch


(aj) In Wiesloch wird Fahrrad gefahren. Das ist eine gute Nachricht. Die schlechte ist: In Wiesloch wird Fahrrad gefahren, nicht weil die Stadt ein besonders fahrradfreundliches Umfeld dafür bereitstellt, sondern obwohl die Fahrradinfrastruktur noch unterentwickelt ist. Welches unausgeschöpfte Potential hier schlummert läßt sich nur erahnen.

Die Stadt Wiesloch bekennt sich hier ausdrücklich zu den Radverkehrszielen der Landesregierung. Aus diesem Bekenntnis ein eigenes Radverkehrskonzept abzuleiten wurde bisher versäumt. In Sachen Radverkehr hinkt Wiesloch daher der gewünschten Entwicklung weit hinterher. Am Beispiel anderer Städte, so z. B. Karlsruhe hier, Mannheim hier oder Offenburg hier ist zu sehen welche Möglichkeiten bestehen, wenn das Fahrrad als ernstzunehmendes Verkehrsmittel anerkannt und gefördert wird.

Attraktive und sichere Wegführungen, anforderungsgerechte Fahrradabstellplätze und selbst die vorsichtige Öffnung von Fußgängerzonen hier sind dort möglich. Die in Karlruhe und Mannheim erfolgte Umwidmung von Straßen in Fahrradstraßen hier wäre in Wiesloch für Ringstraße (ab Palatin), Schwetzinger Straße (bis Postloch), untere Hauptstraße (bis Kreisel Stadtgalerie) und Tuchbleiche schon heute problemlos möglich und sofort umsetzbar.

Dem Einzelhandel, der um jeden Autoparkplatz vor seinen Geschäften kämpft, sei die Lektüre hier empfohlen. Dank der guten Vorarbeit anderer Verwaltungen, Gemeinderäte und Verbände können sich Wieslochs Entscheidungsträger aus einem reichhaltigen Werkzeugkasten zur Förderung des Radverkehrs bedienen. Darunter auch sehr kostengünstige und einfach realisierbare.

Stadtverwaltung und Gemeinderat möchte man zurufen: Informieren und dann einfach mal mutig zugreifen!


| Beitrag von: A. Jungmann | Symbolbild: Wiesloch.Blog | Upd: 2016-10-01 |
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Veröffentlicht in Verkehr. 11 Comments »

11 Antworten to “Radverkehr in Wiesloch”

  1. Esther Says:

    Das ist ein interessanter Gedanke, dem sich nachzugehen lohnt. Ich habe Folgendes dazu gefunden:
    Was ist eine Fahrradstraße?
    _ Straßen, die durch Verkehrszeichen 244.1 nach StVO als Fahrradstraße gekennzeichnet sind, dürfen nur von Radfahrenden befahren werden.
    _ Andere Fahrzeugführer dürfen Fahrradstraßen nur benutzen, soweit dies durch ein Zusatzschild zugelassen ist. Sie haben sich dann dem Radverkehr unterzuordnen.
    _ Radfahrende dürfen nebeneinander fahren. Dies ist im allgemeinen Straßennetz nur erlaubt, wenn sie den sonstigen Verkehr nicht behindern.
    _ Auf Fahrradstraßen gelten die allgemeinen Verkehrsvorschriften.
    _ Es gilt als Höchstgeschwindigkeit Tempo 30.
    _ Es gelten die allgemeinen Vorfahrtsregeln

    Die Verkehrsbeziehungen in Wiesloch sind kompliziert. Die genannten Straßen überwiegend viel befahren und wichtig zum Erreichen der innerstädtischen Ziele. Es ist zweifellos wichtig, den Radverkehr zu fördern und Blickwinkel zu ändern. Es darf aber nicht eine Verkehrsart damit gegen die andere ausgespielt werden.
    Am 25. Oktober findet dazu eine Veranstaltung des Beteiligungsforums „Wir für Wiesloch“ statt. Gerne nehme ich diesen Impuls mit in unser Treffen und in unsere Online-Diskussion.

    Esther Rothenhöfer für „Wir für Wiesloch“

    • Andreas Jungmann Says:

      Hallo Frau Rothenhöfer,

      wie sie richtig bemerken sind die Verkehrsbeziehungen in Wiesloch kompliziert. Verkehrsbeziehungen sind jedoch gestalt- und beeinflußbar, schließlich wurden die heute bestehenden so geplant.

      Die meisten Menschen haben sich, dank der Sozialisation in und mit dem Auto, so daran gewöhnt in der Kategorie „Auto“ zu denken und zu handeln, daß Alternativen für diese nur schwer vorstellbar sind. Auch Menschen, die anderen Verkehrsarten offensichtlich wohlwollend gegenüber stehen, verfallen sofort in dieses Denkschema.
      Wenn sie schreiben: „Die genannten Straßen (seien) überwiegend viel befahren und wichtig zum Erreichen der innerstädtischen Ziele“, setzten sie offenbar voraus, diese Ziele seien mit weniger Autoverkehr nicht mehr erreichbar. Implizit sagen sie damit, der Autoverkehr in dieser Form sei alternativlos. Das ist er sicher nicht.

      Ziel einer jeden Radverkehrsförderung ist es möglichst viele Wege von anderen Verkehrsarten auf das Fahrrad zu verlagern. Da die Zahl der täglichen Wege (Arbeit, Einkaufen, Freizeit, etc.) begrenzt ist, geht das logischerweise immer nur zu Lasten der anderen Verkehrsarten. Idealer Weise zu Lasten der mit dem Auto zurückgelegten Wege. Das hat nichts damit zu tun die Verkehrsarten gegeneinander auszuspielen.

      • Uwe Says:

        „Verkehrsbeziehungen“
        Wie? ? ?
        „Eine Verkehrsbeziehung ist eine Klassifizierung beliebiger transportbezogener Aktivitäten, die eine Kombination von Zonen und/oder Lokationen kombiniert mit einem Verkehrszweig oder einem Transportmittel darstellt und die Ausrichtung zwischen Quelle und Ziel angibt.“ (SAP)

        Das haben die Bürger aus Altwiesloch noch in Erinnerung als es um die Umgehungsstraße ging. Die Bürger von Mühlhausen haben es wohl besser kapiert, dort kann man jetzt sehr gut im Ort mit dem Fahrrad unterwegs sein.

        sind jedoch gestalt- und beeinflußbar, schließlich wurden die heute bestehenden so geplant
        Wann war das genau (Jahreszahl) in Baiertal, Schatthäuser Straße, in Altwiesloch die Baiertaler Straße, in Wiesloch die Schwetzinger Straße?
        Wie war damals die Anzahl der Einwohner?
        Wie hoch war in dieser Zeit die Flexibilisierung (Bildung, Arbeit, Handel, Einkauf, usw)?

        verfallen sofort in dieses Denkschema.

        Ich bin nicht der Ansicht, dass die Bürger dem Auto oder einem Denkschema verfallen sind, ich akzeptieren deren frei getroffene Entscheidungen. Ich brauche auch keinen der mir ein Veggieday oder ein Fahrrad vorschreiben will und von meinen Notwendigkeiten und Erfordernissen keine Ahnung hat.

      • SoSo Says:

        ehrlich gesagt bin ich noch auf der Suche nach der Absicht und einer konkreten Aussage.
        Um was geht es?
        – das haben wollen was andere haben?
        muss ich auch wöchentlich mehrmals meinen 3 jährigen Sohn erklären,

        Attraktive und sichere Wegführungen
        sollte doch für alle Bürger und deren Verkehrsarten gültig sein, als Radfahrer runter von Gehwegen, raus aus der Fußgängerzone

        anforderungsgerechte Fahrradabstellplätze
        bitte konkreter

        vorsichtige Öffnung von Fußgängerzone
        nein, in Wiesloch werden bereits in einer reinen Fußgängerzone Fußgänger von Radfahrern angefahren

        Umwidmung von Straßen in Fahrradstraßen
        wegen der Umwidmung oder warum? in der Bachgasse geht es besser sicherer ohne Änderungen
        Schwetzinger Straße (bis Postloch),
        für wie viel Fahrradfahrer? unterer Schloßweg, Bachgasse fährt man besser

        Tuchbleiche
        gibt wenige Autos, wenige Radfahrer,

  2. Klaus Rothenhöfer Says:

    Die SPD-Stadtratsfraktion hat sich im Rahmen ihrer Überlegungen zur Verbesserung des Radverkehrs in Wiesloch selbstverständlich auch mit Radfahrstraßen befasst.
    in Anlage 2 der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung heißt es zur Fahrradstraße: „I. Fahrradstraßen kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist. II. Anderer Fahrzeugverkehr als der Radverkehr darf nur ausnahmsweise durch die Anordnung entsprechender Zusatzzeichen zugelassen werden (z. B. Anliegerverkehr). Daher müssen vor der Anordnung die Bedürfnisse des Kraftfahrzeugverkehrs ausreichend berücksichtigt werden (alternative Verkehrsführung)
    (Hervorhebungen von mir.)
    Die in Karlruhe und Mannheim erfolgte Umwidmung von Straßen in Fahrradstraßen hier wäre in Wiesloch für Ringstraße (ab Palatin), Schwetzinger Straße (bis Postloch), untere Hauptstraße (bis Kreisel Stadtgalerie) und Tuchbleiche schon heute problemlos möglich und sofort umsetzbar.
    Es ist offensichtlich, dass die in der Verwaltungsvorschrift genannten Voraussetzungen bei den genannten Straßen in Wiesloch nicht gegeben sind.
    Ich hoffe, Sie verstehen meine Antwort richtig, ich will sie nicht entmutigen mit dem Üblichen: das geht nicht, das haben wir schon versucht. Selbstverständlich kann man Richtlinien auch ändern – aber nicht der Gemeinderat in Wiesloch.
    Die Aktion Wir für Wiesloch führt am 25. Oktober eine Veranstaltung zum Thema „Radverkehr“ durch.

  3. Marc aus Wiesloch Says:

    Leider fehlen viele Fakten um eine Einschätzung oder eine Beurteilung vornehmen zu können. Zu Maßnahmen und Entscheidung in anderen Städten gehören untrennbar die einzelnen Fakten Frequentierungen durch unterschiedliche Verkehrsarten ebenso die bestehende Infrastruktur, deren Aus-/Umbau usw. usw

    Sind dem Schreiber des Gastbeitrages diese Fakten für Wiesloch bzw. für diese genannten Strecken (Ringstraße, Schwetzinger Straße, Güterstraße) genau bekannt?

    Einfach mal ganz konkrete Vorschläge unterbreiten unter Berücksichtigung der anderen Verkehrsarten, für unterschiedliche Nutzungen usw und die Ziele die damit beabsichtigt sind.

  4. Andreas Jungmann Says:

    Meinen Text hatte ich mit Verlinkungen („hier“) versehen. Diese sind im Text leider noch nicht abrufbar, wodurch sich Zusammenhänge nicht bzw. schwer erschließen. Ich hoffe das wird noch geändert:))

    • Brigitta Martens-Aly Says:

      Das sind wichtige Anregungen in den links, danke dafür, Andreas Jungmann. Ich denke allerdings, das Abdrucken der Landesziele für den Radverkehr auf der homepage ist noch kein Bekenntnis der Stadt, hierzu auch aktiv beizutragen. Ich sehe einige kleinere Bemühungen, aber sie wirken auf mich insgesamt konzeptionslos.
      Wir RadfahrerInnen werden uns regelmäßig und konkret zu Wort melden müssen, um dies auf längere Sicht zu ändern und eine echte „Radpolitik“ zu etablieren. Die tatsächlichen Bedürfnisse der Radelnden müssen wohl auch besser kommuniziert werden, sonst passiert gutgemeinter Unsinn, wie z. B. diese hübschen teuren spiraligen Radhalter vor den Sparkassen, in denen man leicht sein Rad kaputt macht, an die man es aber kaum anschließen kann. Radbügel wären hilfreicher und kostengünstiger.
      Um zu erfahren, wie das Fahrradklima in Wiesloch von den Betroffenen gesehen wird, wäre es wichtig, dass möglichst Viele bei der Umfrage http://www.fahrradklima-test.de mitmachen. Dann hätten wir auch einen Vergleich zu anderen Städten unserer Größenordnung.

  5. W.Blog Says:

    Es wurde für diesen Beitrag ein Update durchgeführt.
    – Link bei Textstellen „hier“

    2016-10-01 (lp)

  6. M. Kaufmann Says:

    Falls es um das Aufzeigen von irgendwelchen Maßnahmen in Großstädten geht, kann ich auch noch eine ganze Seite voll mit Hinweisen veröffentlichen mit Links wo und wie etwas gemacht wurde. Geht es um etwas abzuschauen und nachzumachen von einer großen Stadt wie Mannheim oder Karlsruhe?
    Was sind jetzt die konkreten Vorschläge? (siehe auch Kommentar von Marc aus Wiesloch)

  7. Volker Says:

    Ich schrieb zu diesem Bereich bereits bei "Wir für Wiesloch"

    "Volker schreibt:<

    22.09.2016 um 06:22

    Es gibt unterschiedliche Verkehrsarten. Nicht nur den Fahrradverkehr. Ein Blick zurück zeigt, dass es fast keinerlei Planungen und dementsprechend Baumaßnahmen gegeben hat um dem veränderten Bedarf an Mobilität, mehr Einwohner, Standorte von Arbeitsplätzen usw anzupassen.

    Es gibt im gesamten Gebiet von Wiesloch keine Möglichkeit der Umfahrung bis auf kleinen Bereich Nord Süd (ehem. B3). Der Verkehr muss meist durch die Stadtteile durch Teile der Innenstadt. Als Beispiel, in Baiertal hat sich an den Breiten von Straße und Gehweg mehr als ein halbes Jahrhundert nichts geändert. In Altwiesloch ist es ebenso. In Wiesloch hat es nur in Richtung Süd Anpassungen gegeben. Richtung Nord: Heidelberger Straße keine Änderung, Richtung West: Gerbersruhstraße, Fahrbahnverengung durch zusätzliche Parkplätze im Bereich Kreuzung Schloßstr. bis Hesselgasse. Parkstraße: Verengung durch zusätzlichen Parkstreifen. Schwetzinger Straße, Verengung durch Parkstreifen und Baumpflanzungen, Kein ausreichender Verkehrsraum für Fußgänger. Solche Feststellungen können an sehr vielen Stellen in Wiesloch gemacht werden.

    Als Folge der Initiativen und Forderungen wurde meist durch verschieben des Problems in andere Verkehrsarten hinein verlagert. Wie gesagt das Problem wurde verlagert jedoch meist nicht gelöst. Straßen sind ausschließlich dem fahrenden Verkehr konzipiert und vorbehalten, Gehwege ausschließlich den Fußgängern, dem Fußverkehr. Die Verkehrsflächen für Fußgänger entsprechen an kaum einer Stelle in Wiesloch den notwendigen Anforderungen. An Stellen wo vermeintliche Lösungen angedacht sind sollte daher zunächst eine Bestandaufnahme erfolgen zu IST-Breiten und weitere Verkehrsarten. Die Informationsveranstaltung in Altwiesloch hat doch gezeigt nicht an vielen Stelle sind Lösungen u.a. wegen den Platzverhältnissen und Sicherungspflichten nicht möglich.

    Viele sind an Lösungen interessiert, die nicht zu Lasten anderer Verkehrsarten gehen, es sei denn für die entsprechende Verkehrsart gibt es keine Teilnehmer mehr.

    Behindertenfreundliches Wiesloch!
    Fußgängerfreundliches Wiesloch!
    Fahrradfreundliches Wiesloch!
    Autofreundliches Wiesloch! “

    PS: Bitte zukünftig möglichst nicht so viele Links auf andere Seiten, die Dinge hier erklären, danke


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