Gewerbeflächen am Bahnhof Wiesloch: Vermarktungsoffensive ohne Erfolg


Von den 400 bundesweit angeschriebenen Firmen interessierte sich keine für die Gewerbeflächen am Bahnhof – Jetzt wird ein neuer Anlauf in der Region gestartet
Wiesloch. (hds) "Ich bin enttäuscht. Das ist aus meiner Sicht ein ernüchterndes Ergebnis", so Adrian Seidler (CDU) nach dem Sachstandsbericht von Götz Hofmann von der Firma STEG zur Gewerbeansiedlung im "Metropolpark" am Bahnhof Wiesloch-Walldorf.

Hofmann musste den Mitgliedern des Ausschusses für Verwaltung, Kultur, Sport und Soziales (VKSS) jetzt mitteilen, dass bisher alle Bemühungen um eine Vermarktung des Areals südlich des Bahnhofs ergebnislos blieben. Dort ist ein Gebäudekomplex für die IT-Branche, für Beratungsfirmen, Finanzdienstleister, Ingenieurbüros oder auch Restaurants geplant.

"Wir haben in den zurückliegenden Monaten bundesweit 400 Firmen angeschrieben, die Standortvorteile dargelegt und das planerische Konzept vorgestellt. Das Ergebnis: Selbst nach telefonischem Nachhaken zeigte niemand Interesse", so Hofmann. Bei den Absagen hieß es seitens der anderswo ansässigen Unternehmen immer wieder, man sehe keinen Grund, nach Baden-Württemberg umzusiedeln. Damit ist die einst mit den Wirtschaftsförderern von Wiesloch und Walldorf getroffene Verabredung, keine Anfragen im lokalen Umfeld zu starten, nicht mehr aufrechtzuerhalten. Grund für die Verabredung war, nicht bloß eine Standortverschiebung innerhalb der Region zu erreichen, sondern neue Unternehmen anzulocken und damit zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen – was vor allem aus Wieslocher Sicht unabdingbar ist.

Auch das planerische Konzept mit drei bis zu sieben Stockwerken hohen Bürogebäuden ist wohl nicht länger aufrechtzuerhalten. "Wir müssen uns in der jetzigen Situation sicherlich flexibel zeigen und uns insbesondere an den Interessen potenzieller Nutzer orientieren", signalisierte Stefan Seewöster (WGF/AWL) Bereitschaft zum Umdenken. Dies wird auch notwendig sein. Denn wie Hofmann berichtete, hat ein Unternehmen bereits angefragt, allerdings mit der Auflage, 5000 Quadratmeter auf einer Ebene anmieten zu wollen. "Dies ginge nach der vorliegenden Planung nicht. Wir haben Stockwerkgrößen von maximal 700 Quadratmetern vorgesehen", so der STEG-Projektleiter. Auch ein IT-Softwareunternehmen habe Interesse an 1000 Quadratmetern Fläche signalisiert, ebenso eine Krankenkasse (700 Quadratmeter) und ein Medienunternehmen, das sich für 230 Quadratmeter interessiert. Es handelt sich dabei in allen Fällen um Büroflächen. Auch mehrere Anfragen und Interessensbekundungen von Hotelketten und "Business Wohnen" seien eingegangen, aber dies war zunächst wegen der Konkurrenz zu bestehenden Hotels in Wiesloch und Walldorf ausgeschlossen worden. OB Franz Schaidhammer: "Wir haben derzeit eine Auslastung von knapp über 60 Prozent in den Hotels im unmittelbaren Umfeld."

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| Quelle: rnz.de | Bild/Logo: RNZ |

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