Fragen 2015/01 -JG-


um Antwort wird gebeten

Thema: Jugendgemeinderat


| Von: JoKlein | Bildk: Wiesloch Blog |

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Veröffentlicht in Jugendgemeinderat. 7 Comments »

7 Antworten to “Fragen 2015/01 -JG-”

  1. Frank Menges Says:

    In Wiesloch gibt es seit einigen Jahren einen Jugendgemeinderat. An der Kommunalwahl im Mai 2014 konnten Personen ab 16 Lebensjahre als Wähler teilnehmen.

    Mitglieder nach Altersgruppe im Gemeinderat Wiesloch (in %), Bevölkerungsanteil in Wiesloch

    von 18 bis unter 30 Jahre = 1 (4 %) Bevölkerungsanteil 10%
    von 30 bis unter 40 Jahre = 4 (15,6 %) Bevölkerungsanteil 16 %
    von 40 bis unter 50 Jahre = 6 (21,5 %) Bevölkerungsanteil 23 %
    von 50 bis unter 60 Jahr = 3 (11,5 %) Bevölkerungsanteil 20 %
    über 60 Jahre = 12 (46,2 %) Bevölkerungsanteil 32,1 %

    Meine Frage an die Parteien/Wählergruppen: (CDU, Grüne, SPD, FWV, WGF, FDP, AWL)

    Hatten diese Maßnahmen Auswirkungen auf die aktive Teilnahme an der Kommunalpolitik?
    Haben aktive oder ehemalige Mitglieder aus dem Jugendgemeinderat 2014 für den Gemeinderat kandidiert?

    • Klaus Rothenhöfer Says:

      Ich möchte die Fragen von Herrn Menges aus Sicht der SPD-Fraktion beantworten. Auf unserer Liste hat mit Jan Oppenheimer ein ehemaliges Mitglied des Jugendgemeinderats kandidiert. Nach zwei Wahlperioden im Gemeinderat wurde er bei dieser Wahl nicht wiedergewählt.
      Was die offenkundigen Unterschiede in der Alterszusammensetzung der Gewählten und der Gesamtbevölkerung betrifft, muss ich zunächst darauf hinweisen, dass über diese Zusammensetzung der Wähler entscheidet und nicht die Parteien. Im Gegensatz zu Bundes- und Landtagswahlen, wo praktisch die Parteien mit der Aufstellung der Landeslisten bzw. der Erst- und Zweitkandidaten die Zusammensetzung der Parlamente festlegen, entscheidet bei der Kommunalwahl der Wähler durch Kummulieren und Panaschieren über die Kandidaten.
      Ich habe mir unsere Kandidatenliste für die Wahl 2014 angeschaut und festgestellt, dass die Altersverteilung ziemlich exakt der von Herrn Menges dargestellten Verteilung der Bevölkerung entspricht
      von 18 bis unter 30 Jahre = SPD-Liste 2 (8 %) Bevölkerungsanteil 10%
      von 30 bis unter 40 Jahre = SPD-Liste 5 (19 %) Bevölkerungsanteil 16 %
      von 40 bis unter 50 Jahre = SPD-Liste 6 (23 %) Bevölkerungsanteil 23 %
      von 50 bis unter 60 Jahre = SPD-Liste 5 (19 %) Bevölkerungsanteil 20 %
      über 60 Jahre = SPD-Liste 7 (27 %) Bevölkerungsanteil 32,1 %
      Überspitzt formuliert könnte man sagen: Hätten alle Wähler die SPD Liste gewählt, würde die Alterszusammensetzung des Gemeinderats weitgehend der Alterszusammensetzung der (wahlberechtigten) Gesamtbevölkerung entsprechen. Tatsächlich sind aber 80% der gewählten SPD-Stadträte über 60 Jahre alt.
      Das zeigt das Problem aller Parteien und Wählervereinigungen. Sie wollen und sollen einen repräsentativen Altersquerschnitt anbieten, der Wähler bevorzugt aber vorwiegend “ältere” Kandidaten. Die Parteien gehen also durchaus ein Risiko ein, wenn sie junge Kandidaten präsentieren.
      Es ist auch kein Geheimnis, dass es schwierig ist, junge Leute für eine Kandidatur zu begeistern, viele sind noch in der Ausbildung oder am Beginn einer beruflichen Karriere, da bleibt wenig Zeit und Bereitschaft für eine Kandidatur. Die aufgezeigt Präferenz der Wähler für ältere Kandidaten ist sicher auch nicht motivierend. Und wenn sich dann noch, wie in diesem https://wiesloch11.wordpress.com/2015/01/06/ausere-helde-und-weiter/#comment-14 Beitrag dargestellt, ein neu gewählter Stadtrat als “unerfahrener Neuling” abqulifizieren lassen muss, dann fragt sich mancher: “Muss ich mir das antun?”
      Offensichtlich herrscht auch innerhalb dieser Fraktion ein solcher Umgangston, wie sonst lässt sich erklären, dass sich die jüngste Gemeinderätin bisher nicht ein einziges Mal in einer Sitzung äußern durfte.
      Alle Parteien und Wählergemeinschaften sind und waren bereit, jungen Leuten eine Chance einzuräumen, und wären froh, wenn sich mehr junge Leute längerfristig engagieren würden. Sollte es Vorschläge geben, wie diese Bereitschaft gefördert werden kann, würden die sicher gerne aufgegriffen.

      Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

    • Stefanie Drescher Says:

      Das ist mal eine gute Fragestellung von Frank Menges.

      ” Was die offenkundigen Unterschiede in der Alterszusammensetzung der Gewählten … der Wähler entscheidet und nicht die Parteien.”
      Ich sehe das nicht ganz so. Der Wähler entscheidet zwar aber die Frage ist doch nach welchen Kriterien.

      Tatsächlich sind aber 80% der gewählten SPD-Stadträte über 60 Jahre alt.
      Oder anders gesagt von 5 Mitgliedern im Gemeinderat sind 4 über 60 Jahre, (Durchschnittsalter ca 66 Jahre)

      “Das zeigt das Problem aller Parteien und Wählervereinigungen. Sie wollen und sollen einen repräsentativen Altersquerschnitt anbieten, der Wähler bevorzugt aber vorwiegend “ältere” Kandidaten. Die Parteien gehen also durchaus ein Risiko ein, wenn sie junge Kandidaten präsentieren.”

      Es ist bekannt, dass bei den Parteien CDU und SPD Mitglieder schwinden und bei den jüngeren Altersgruppen sie nicht cool sind. Die Wähler bevorzugen meiner Meinung nach nicht die “älteren” Kandidaten sondern die Kandidaten die bekannt sind innerhalb der Bürgerschaft, Vereinen, Parteien aktiv und präsent sind. Die meisten Wähler wollen doch wissen für was Kandidaten einstehen und welche “Taten” fürher vollbracht wurden. Es fällt ja auch öfters der Satz “den kenne ich”. Nicht kennen tut man meist die Kandidaten die unmittelbar mit dem Wahlkampf (ca 6-8 Wochen vor der Wahl) präsentiert werden. In dieser Zeit wird man doch überflutet. Innerparteilich ist die Solidarität mit den weiterführenden Zielen der gesamten Gruppe nicht soch ausgeprägt, dass die eigenen Interessen eine größere Priorität haben sonst würde man wohl anderes daran gehen. Das nehme ich an.

      • Stefanie Drescher Says:

        Ich will noch ergänzen, die Altersstruktur bei den anderen Parteien

        CDU
        Mitglieder im Gemeinderat = 6
        jüngstes Mitglied = 37,
        5 Mitglieder = Durchschnittsalter 57,5

        SPD
        Mitglieder im Gemeinderat = 5,
        jüngstes Mitglied = 32,
        4 Mitglieder = Durchschnittsalter 65,8

        Freie Wählervereinigung Wiesloch
        Mitglieder im Gemeinderat = 4
        jüngstes Mitglied = 43,
        3 Mitglieder = Durchschnittsalter 66,7

        Altwieslocher Liste –
        Mitglieder im Gemeinderat 2
        Durchschnittsalter 65

        Wählergemeinschaft Frauenweiler (WGF)
        Mitglieder im Gemeinderat = 2,
        Durchschnittsalter 39,5

        FDP
        Mitglieder im Gemeinderat = 1, Alter 45

        Die Grünen
        Mitglieder im Gemeinderat = 6,
        jüngstes Mitglied = 24,
        5 Mitglieder = Durchschnittsalter ca 48,6

    • Kai Says:

      Ich hoffe, dass ich mich richtig erinnere, die CDU und Die Grünen hatten jeweils einen Kandidaten auf der Liste 2014. Erwartet hätte ich ja, dass die Parteien es selbst mitteilen. Die kümmern sich wohl lieber um den Austausch von Vorwürfen CDU an Die Grüne und umgekehrt.
      Bei dieser Rechthaberei bleibt keine Zeit für Info an die Bürger.

      Macht euch mal selbst ein Bild auf den Internetseiten der Parteien, inzwischen sind seit dem Wahltag 25.05.2014 genau 235 Tage vergangen!
      CDU – plakatiert noch 2014 auf ihrer Seite
      Freie Wählervereinigung Wiesloch – lädt unter “Aktuell” zur “After Vote Party” 2014 ein
      SPD-Wiesloch – berichtet auf der Seite nur noch über Lars..
      Wählergemeinschaft Frauenweiler (WGF) – sind noch immer unverändert im Wahlkampf April 2014
      Altwieslocher Liste – Wahlkampf 2014

      Besonders erfreulich heben sich Klaus Rothenhöfer (SPD) und Dr. Matthias Spanier (FDP) ab. Die informieren und nehmen sich Zeit für Antworten. Das finde ich klasse und Dank und Anerkennung an Euch.

  2. Juergen Abt Says:

    Ich beanworte Ihre Frage aus Sicht der Freien Demokraten, Ortsverband FDP Wiesloch – Südliche Bergstraße:

    Leider ist uns eine Auswirkung auf die aktive Teilnahme an der Kommunalpolitik nicht ersichtlich. Wir würden uns nämlich – so wie jede andere Partei auch – über mehr aktive junge Menschen freuen, die bereit sind, sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen.

    Gerade bei uns, die wir für die Selbstbestimmung des Einzelnen und die Selbstbestimmung vor Ort kämpfen wären junge Menschen sehr wichtig. Denn Selbstbestimmung beginnt ja mit guter Bildung. Und da kann man sich gut vorstellen, dass gerade junge Menschen aus Ihrer eigene Schulzeit noch konkrete Vorschläge zur Verbesserung haben. Selbstbestimmung vor Ort heißt auch zielgerichtet das Geld so auszugeben, dass diese Selbstbestimmung auch erreicht werden kann. Auf der anderen Seite heißt es auch da zu sparen, was nicht mit dem Ziel der Selbstbestimmung übereinstimmt oder weniger zur Selbstbestimmung beiträgt. Ein Beispiel: Ein Bistro in städtischer Hand ist weder öffentliche Aufgabe noch bringt es irgendjemand in Punkto Selbstbestimmung weiter.

    Aktuell wird nicht gespart, die Schulden zu Lasten der jungen Generation aufgehäuft. Wenn der Gemeinrat schon nicht spart, so soll doch wenigstens die Rechnung der jetzigen Generation präsentiert werden. Als Warnschuss hatte unser FDP Gemeinderat eine Anhebung der Grundsteuern beantragt, was ebenenfalls abgelehnt wurde.

    Es wäre also sehr wünschenswert, wenn mehr junge Menschen sich im Gemeinderat engagieren würden – oder sich zumindest für den Gemeindrat aufstellen ließen.

    Ja, aktuell werden die alten und bekannten Gesichter gewählt und ja, die FDP ist gerade nicht in, und auch ja, das Argument “ich habe keine Zeit” ist uns auch bekannt. Dennoch hoffe ich mit diesem Eintrag erreichen zu können, dass sich junge Menschen an uns Freie Demokraten oder an unsere politischen Wettbewerber wenden, um Ihre Gestaltungs- und Mitmach- Möglichkeiten in der politischen Willensbildung auszuloten. Bei uns ist das recht einfach, da wir jeden 1. Dienstag im Monat eine liberale Runde haben zu der wir gerne einladen. Da kann man uns persönlich kennenlernen, sich einbringen und wenn man will, wiederkommen. Wiesloch (so wie die meisten anderen Kommunen auch) braucht mehr junge Menschen im Gemeinderat.

    Gerade jetzt in Nicht-Wahlkampfzeiten kann man die Parteien gut kennenlernen und sich dann entscheiden, ob man sich beim nächsten Mal für eine Wahl aufstellen lassen will.

    Fazit: Leider bisher keine Auswirkung spürbar – das bedauern wir sehr.
    Wir brauchen mehr junge Menschen, die sich engagieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Abt

    Freie Demokraten
    Vorsitzender Ortsverband
    FDP Wiesloch – Südliche Bergstraße

  3. Anonymer Says:

    Aus meinen, Jahre zurückliegenden, gemachten Erfahrung will ich nachfolgend berichten. Also meine persönlichen Ansichten.

    Als Kandidat war ich auf einer Liste zur Kommunalwahl in Wiesloch.
    Ich wurde wegen meinen Aktivitäten in einem Verein durch den Partei-Vorsitzenden angesprochen ob ich nicht Interesse hätte, meine bisherigen kommunalen Aktivitäten hätten dadurch Aussichten auf mehr Erfolg. Es folgte mein Eintritt in eine Partei. Als kommunalpolitisch interessierte Person hätte ich auch in eine andere Partei eintreten können. Entscheiden war die Ansprache für meine Entscheidung.

    Von den Strukturen und Abläufen innerhalb einer Partei hatte ich keine Erfahrungen, jedoch andere Vorstellungen von demokratischen Abläufen und Meinungsbildung. Innerhalb der Partei gab es keine Möglichkeit sich vorzustellen und sich bekannt zu machen. Der Ablauf zur Aufstellung der Liste war für mich doch sehr merkwürdig. So wurde unter einigen Mitgliedern schon im Vorfeld telefoniert und Absprachen getroffen. Die Interessen bei der Aufstellung der Liste sind so unterschiedlich, dass sie von außen nicht ein-schätzbar waren. Die Motive der Kandidaten auf die Liste waren auch für mich oft sehr sonderbar von “als Unternehmer ist das für mich Arbeitszeit” oder “denk mal nur daran an welchen Gesellschaften du teilnimmst” und mehr. Für mich viele absolut nicht nachvollziehbare Motive.
    Nach dem Entwurf eines Wahlprospekt durch eine Kommission folgten Termine für die Kandidatenvorstellung. Bei diesen Terminen hatten die “älteren” auch die notwendige Erfahrung. War es bei den Gemeinderatssitzungen still um die “älteren” Gemeinderäte nutzen die diese Veranstaltungen in dem Wissen, dass der Name in der Zeitung erscheint und das Zitat gedruckt wird.

    Mit meinem persönlichen Erfolg bei der Wahl war ich sehr zufrieden. Mit mehr Unterstützung und Vorbereitung durch die Partei wäre mir der Einzug in den Gemeinderat gelungen, so war es ein Nachrückerplatz.

    Aus den gemachten Erfahrungen meine ich:

    * – Junge Menschen sollten sich früh interessieren für kommunale Themen (nicht das komplette Programm sondern das persönliche höchste Interesse) Es handelt sich schließlich um die Zukunft und besonders ihr “Lebensraum”
    * – sich aktiv bei einzelnen kommunalen Projekten mitwirken, nicht nur bei Planung sondern bis zur Ausführung des konkreten Projektes
    * – Ansichten austauschen, zunächst in kleiner Gruppe (keine guten Erfahrungen habe ich mit Parteiversammlungen, weil in der Diskussion und den Teilnehmern zu sehr auf die Partei ausgerichtet sind, viele Themen nicht wirklich interessieren, oft viel Zeit aufgewendet mit geringem interessierenden Themenanteil)
    * – Gastbesuch bei verschiedenen Parteienveranstaltungen,
    * – Gastbesuch bei Fraktionssitzungen
    * – es sollten offene kommunale Projekte angeboten werden Ziel Teilnehmer ohne Parteibindung
    * – Parteien sollten Freiraum anbieten ohne den stetigen Blick auf die Mitgliedschaft
    * – Parteien sollten jungen Menschen heranführen und schulen
    * – Parteien müssen Möglichkeiten bieten, dass junge Mitglieder sich Vorstellen können und ihre Ansichten vortragen können
    * – “ältere” sollten im Interesse der Partei überprüfen ob es sinnvoll ist die Amtszeit komplett zu erfüllen …


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