Leserbeitrag


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In der WieWo, Ausgabe 27 vom 2. Juli 2014 im eingehefteten „STADTFEST Journal Wiesloch“ ist auf Seite 23 mit dem Titel „Einkaufen muss Spaß machen“ eine Äußerung vom Gustav Bylow, Oberbürgermeister in Wiesloch von 1992 bis 2000, veröffentlicht. Foto: Gustav Bylow Oberbürgermeister a.D.

Gustav Bylow, ehemaliger Oberbürgermeister der Weinstadt, kommt regelmäßig in die Stadt, besonders an den Markttagen. „Der Einkauf in Wiesloch ist sehr angenehm, da es ein fußgängerfreundliches Zentrum hat mit einer guten Verbindung zum Fachmarktzentrum. Es wäre wünschenswert, wenn die Untere Hauptstraße für Fahrräder geöffnet werden könnte. Außerdem bedauere ich, dass kein Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt mehr geöffnet hat, stattdessen zwei Geschäfte für Büros von Abgeordneten genutzt werden. Ich hoffe, dass diese Tendenz nicht anhält. Den Online-Handel halte ich für eine Innenstadt tödlich. Ich wünsche mir mehr Bewusstsein der Bürgerinnen für den Erhalt ihrer schönen Innenstadt.“

Ich bin täglich mehrmals in der Fußgängerzone unterwegs. Regelmäßig sagt nichts darüber aus, ob dies einmal im Jahr ist. In den letzten drei Jahren habe ich Gustav Blylow weder in der Fußgängerzone oder am Wochenmarkt gesehen. Bürger die häufig in der sogenannten „Fußgängerzone“ unterwegs sind haben inzwischen ein anderes Bild wie ein „fußgängerfreundliches Zentrum“ aussieht. „Es war einmal“ In einem fußgängerfreundlichen Zentrum werden die Fußgänger nicht von Autofahrern oder Radfahrern verdrängt. Hinweise auf das verbotwirdrige Verhalten löst Heiterkeit aus. Die Mitarbeiter der Ordnungsamtes werden inzwischen überhaupt nicht mehr ernst genommen und zwar vom Schüler bis zum Senior. Gustav Bylow weiter: „… stattdessen zwei Geschäfte für Büros von Abgeordneten genutzt werden“ Ein kleiner einfacher Hinweis: Die Kosten für Geschäfte, hierzu gehört auch die Miete, muss vom Einzelhandel erwirtschaftet werden. Wenn Kunden immer mehr wegbleiben folgt logisch weniger Umsatz. Ein weiterer Faktor in den nächsten Jahren, das zeigen Studien, ist die Zunahme des Onlinehandels. Selbst größere Städte die weitaus besser aufgestellt sind als Wiesloch werden Probleme bekommen. Es wird in den Städten mit einem Umsatzrückgang, in den nächsten 10 Jahren, von bis zu 30% gerechnet.

Wiesloch_Untere_Hauptstr_2014 © rimue.jpg

Foto: Untere Hauptstraße – „angebliche Fußgängerzone“- Links: Bestuhlung, Werbeschilder oder Warenständer – Mitte: Autos, Bus, Radfahrer – Rechts: Bestuhlung, Werbeschilder oder Warenständer (Radfahrer kommen oft drei nebeneinander)

Da ist kein Platz für Fußgänger! Wer will sich das als Käufer antun?

Ja! „Einkaufen muss Spaß machen“ aber so wie die Zustände sind, es wir immer schlimmer, macht es keinen Spaß

| Leser-Foto/Leser-Beitrag: RiMü | © RiMü | | 22.07.2014 |

3 Antworten to “Leserbeitrag”

  1. Esche Says:

    Da in der RNZ vom 02.06.2014 folgendes zu lesen war: „Ziel ist es, im gesamten Bereich der Innenstadt die Sandsteinstreifen und -flächen sowie das Naturpflaster in der unteren Hauptstraße abschnittsweise zu ersetzen“. Wäre es doch jetzt interessant zu wissen, welche Maßnahmen die Stadt demnächst bei dem Umbau gegen den durchfahrenden Autoverkehr in der Unteren Hauptstraße umsetzt. Mein Vorschlag wären Poller, etwa in der Hälfte der Straße, die sich auf Signal der Busfahrer versenken lassen.

  2. Flo Says:

    Und warum genau muss der Bus hier nochmal durchfahren? Wäre eine ECHTE Fußgängerzone nicht einen Umweg von rund 3 Min (laut Google-Routenplaner) wert? Oder – Gott bewahre – eine Lösung durch eine Fahrplanänderung… Wie haben das eigentlich andere Städte wie Heidelberg, München oder Hamburg geschafft einen ÖPNV trotz ECHTEN Fußgängerzonen zu planen? Komisch, dass da im Großen geht, was im kleinen Wiesloch angeblich unmöglich ist…

  3. Wieslocher Says:

    Ich kann nur zustimmen in der Hauptstraße sind Zustände da ist die Bezeichnung total fehl am Platz. Inzwischen fahren überall Radfahrer, Autos, Lieferanten usw. Die Schilder hätte man sparen können. Lieferfahrzeuge bis 11.00 Uhr, da hält sich keiner dran.

    Ich habe mich mal im Bekanntenkreis und Nachbarn umgehört, keiner fand die Zustände dort ok. Viele verwiesen auf die positive Situation vor vielen Jahren in der Fußgängerzone, Kinder konnten sich frei bewegen, auf den Spielgeräten sitzen oder am Otmar-Alt-Brunnen sitzen. Heute geht das absolut nicht mehr.

    Das zeigt doch, dass es keine weiteren baulichen Veränderungen benötigt, weder Poller noch Schranke oder weitere Schilder.

    Die Ursache liegt ganz sicher beim Oberbürgermeister Franz Schaidhammer er leitet die Verwaltung und somit auch das Ordnungsamt. In anderen Städten funktioniert die Fußgängerzone recht gut, Heidelberg, Mannheim usw. Dort sorgen die Mitarbeiter der Ordnungsämter, dass ohne Ansehen der Person die gesetzlich geltenden und vereinbarten Regeln eingehalten werden. Wegsehen ist keine Lösung, wenn die Schwächsten in der Gesellschaft (Kinder, Behinderte, Senioren…) gefährdet werden ( glücklicherweise bisher nicht noch Schlimmeres).

    Wie zu beobachten ist parken ja auch einige Einzelhändler nicht nur zum Be- und Entladen vor den Geschäften. Gehört eigentlich die Abholung des Kontoauszuges durch den „Senior-Inhaber“ zum Be- und Entladen?

    Ich bin auch der Meinung zur Belebung der Innenstadt und der Geschäfte braucht es keine Marketingaktionen durch die Stadt. Wenn der Einzelhandel auch selbst nicht aktiv wird, dass sich die Zustände ändern, dann muss er langfristig mit weiterem Umsatzrückgang wegen unattraktivität leben oder schließen.

    Wiesloch braucht ein Amt das Ordnung schafft und Bürgermeister die dafür sorgen, dass bestehende Regeln eingehalten werden.
    Warum fährt nicht jeder in MA oder HD in die Fußgängerzone, weil er doch damit rechnen muß, dass innerhalb von 5 Minuten einer da ist der kontrolliert und wenn notwendig ein Bußgeld kassiert. Das spricht sich schnell rum.


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